Freitag, 27. Februar 2015

Streetart für die eigenen vier Wände - Betonkunst "Survival"

Straßenkunst in Form von gedruckten Bildern auf Betonwänden tragen in Städten in aller Welt zum täglichen Straßenbild bei. Für mich persönlich eine sehr außergewöhliche und eindringliche Art der Kommunikation. Die Wirkung der Verbindung von teilweise sehr lebhaften Bildern auf kalten Häuserwänden fasziniert mich schon seit Jahren. Aus diesem Grund versuchte ich die bloße Machart von Streetart in die eigenen vier Wände zu integrieren...



In meinem aktuellen Projekt habe ich zu diesem Zweck eine dünne Betonwand geschaffen, die verschiedensten Ansprüchen gerecht werden sollte:
  • relativ dünn um Gewicht zu sparen
  • bedingt felxibel, damit das Kunstwerk nicht zerbröselt
  • Verfärbungen und kleine Unregelmäßigkeiten um eine echte Betonwand zu imitieren
  • Künstliche Abnutzungsspuren um den Eindruck einer alten Wand zu erwecken.


Wie auf einigen Bildern gut zu erkennen ist, hat die "Betonleinwand" an einigen Stellen kleinere Risse. Dies unterstreicht den natürlichen Charakter einer Betonwand und lässt das Gesamtkonstrukt älter wirken. Auch die unterschiedlichen Verfärbungen sind gewollt und kommen durch unterschiedliche Trockung des Betons zustande.

Zur Fertigung:
Zuerst wurde eine Gussform aus Holz gefertigt. Um Gewicht zu sparen (das Kunstwerk soll später natürlich problemlos an jedem Nagel halten) wurde die Tiefe der Form auf 15mm gewählt. Auch wurde eine Bewehrung eingebaut um ein Brechen der dünnen Betonschicht zu verhindern. Dann entwinkelte ich eine spezielle Betonmischung, die sowohl hart als auch bedingt flexibel sein musste.
Nach dem Guss habe ich den Beton 1 Woche trocknen lassen. Durch anschließendes Abwischen des Betonstaubs wurde die Oberfläche relativ glatt. Um zusätzliche Abnutzungsspuren zu erzeugen wurde die Oberfläche teilweise angeschliffen und in unterschiedlicher Intensität mit mattem Klarlack bestäubt. Um das Kunstwerk zu vollenden wurde die "Betonleinwand" mit farbigen Drucken versehen. In meinem Projekt habe ich Transferfolie verwendet, die normalerweise für die Bedruckung von Tassen verwendet wird.


Zum Motiv:
Natürlich stammt die Darstellung von Blechdosen in verschiedenen Farbkombinationen nicht meiner Kreativität. Jeder kennt ähnliche Abbildungen in Form der bekannten Suppendosen. Da jedoch bis heute die guten, alten Ravioli das beliebteste Dosenfutter der Deutschen darstellt, haben diese speziellen und schmackhaften Teigwaren doch eine gewisse Würdigung verdient :) Entsprechend habe ich das bekannte Konzept uminterpretiert und auf einen unkonventionellen Untergrund gedruckt. Somit ist eine Neuinterpretation entstanden, die durch die natürlich und gewollt entstandenen Elemente zu einem einzigartigen Kunstwerk zusammenwuchs.



Schaut Euch auch meine anderen Projekte an: